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Rohrdommeln am Greifensee

Zwergdommel W
Rohrdommeln als Wintergäste am Greifensee

    Alljährlich halten sich von Oktober bis April ca. ein halbes Dutzend Rohrdommeln am unteren Greifensee auf, meistens im Abschnitt zwischen Greifensee - Schwerzenbach - Fällanden. Auch am oberen Seebecken können Rohrdommeln auftauchen, wenn auch nicht so viele wie am unteren Seeende. Allerdings halten sich die Dommeln in der Regel ziemlich heimlich im Schilf auf, heissen sie doch zu Recht Rohrdommeln. 
    Am besten kann man sie entdecken, wenn sie von einem Standort zum andern fliegen oder wenn sie sich am Schilfrand sonnen. Mit etwas Glück kann man sie auch in der Nähe der Beobachtungsplattformen Schwerzenbach oder Greifensee finden. Es gab auch schon Winter, da sich einzelne Rohrdommeln mit Vorliebe am Cevi-Graben im Breitenstudenwald aufhielten und zeitweise von recht nah beobachtet werden konnten. Ein eigentliches Rohrdommel-Festival gab es im Januar 2011, als jeweils bei Einbruch der Dämmerung bis zu 9 (!) Rohrdommeln an den Schilfrand Garnhänki oberhalb Greifensee einflogen, wo sie die Nacht verbrachten. Beobachtet werden konnten sie von der Inseli-Plattform aus. Doch dieses Ereignis blieb singulär.
    Nur schade, dass am Greifensee und überhaupt in der Schweiz keine Rohrdommeln brüten. Dann könnten wir auch den schaurig schönen Ruf der Rohrdommel hören. Es tönt ähnlich, als ob jemand in einen Flaschenhals bläst. Wissenschaftlich heisst sie "Botaurus stellaris". In diesem Namen steckt Lateinisch "bos" bzw. Griechisch "tauros", d.h. der Ochse. Wahrlich ein anschaulicher Name. Im Deutschen wird sie wegen des lauten Rufes wegen manchmal auch "Brüllochse" genannt. Ein einziges Mal konnte ich eine Rohrdommel am Greifensee rufen hören, und zwar im April auf dem Zug. Der zweite Namensbestandteil "stellaris" ist weniger klar, vielleicht besteht ein Zusammenhang mit der Pfahlstellung, "stellaris" würde dann soviel wie "Sterngucker" heissen, berufen kann man sich dabei auf "ars stellaris" für Astronomie. Vorgeschlagen wird aber auch "schimmernd, sternenförmig gefleckt", was näher liegt, auch wenn es streng genommen eigentlich auf "stellans" und nicht auf "stellaris" bezogen werden müsste.
Jedes Jahr erwarte ich sehnsüchtig die Ankunft der ersten Rohrdommeln. Ein Trost bleibt, wenn die Zwergdommeln im September wegfliegen, dauert es meist nicht lange, bis im Oktober die ersten Rohrdommel eintreffen. So können wir fast das ganze Jahr quasi vor unserer Haustüre Dommeln beobachten, ein seltenes Privileg, welches ich zu schätzen weiss.

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