Immer der gleiche Schwarzstorch?

Folgende Gründe sprechen dafür, dass es sich stets um das selbe Individuum gehandelt hat:

  • Einzig am Greifensee überwinterte ein Schwarzstorch in der Schweiz
  • Der Schwarzstorch hielt sich meistens bei den Graureihern auf, weniger häufig bei den Weissstörchen
  • Er unternahm immer wieder Ausflüge ins Gebiet Wüeri (Gossau), v.a. zu Beginn und am Ende des Winters sowie jeweils am Vormittag

Riediker Schwarzstorch 1997 - 2014

Schwarzstorch_Riedikon
Seit 1997 überwinterte jeweils ein Schwarzstorch von anfangs Oktober bis Mitte März am oberen Greifensee. Es war dies die einzige Ueberwinterung eines Schwarzstorches in der Schweiz.
2014 brach er am 13. März auf ins Brutgebiet. Das war wohl seine Abschiedsvorstellung: bis zum 15. Oktober gab es jedenfalls keine Spur des treuen Wintergastes



Erstmals am 29. November 1997, um 14:15, konnte ich hinter der Naturstation Silberweide mitten unter Graureihern einen damals erstjährigen Schwarzstorch beobachten, welcher in der Folge am Greifensee überwinterte. In den beiden folgenden Wintern wurde er zwar meines Wissens am Greifensee nicht beobachtet. Doch seit dem Winter 2001/2002 tauchte der Riediker Schwarzstorch regelmässig anfangs Oktober auf, um den Greifensee Mitte März wieder zu verlassen. 

Im Jahr 2014 wurde er also 17jährig. In der Ornibibel von Glutz wird als bezeugtes Höchstalter eines beringten Schwarzstorchs 18.5 Jahre angegeben. Vermutlich ist unser treuer Wintergast inzwischen gestorben, jedenfalls traf er bis zum 15. Oktober nicht wieder am Greifensee ein.

Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass im März 2014 der Schlusspunkt gesetzt wurde.  Schön wäre es, wenn einer der jungen Artgenossen, welche gelegentlich im Herbst mit auftauchten, motiviert würde, die Nachfolge anzutreten. Etwas verwegener ist die Hoffnung, dass der Schwarzstorch, welcher bei Gessner noch als Brutvogel in der Schweiz, v.a. bei Einsiedeln, Luzern und dem Tössgebiet belegt ist, in der Schweiz wieder als Brutvogel Fuss fassen könnte.